In der Taekwondoabteilung hat sich zum Jahresangang 2019 Wichtiges verändert: Unser langjähriger Trainer Andreas Schneider möchte sich endlich auch anderen Hobbys widmen und hat die Abteilung zum Jahresanfang an mich, Annette Zühlke, übergeben.
Das Kindertraining findet wie bisher dienstags von 17:30 bis 18:30 Uhr im Gymnastikraum der Halle Turnerstraße statt, das Erwachsenentraining dienstags und freitags von 18:30 bis 20:00 Uhr, ebenfalls in der Gymnastikhalle.

Während die Kindergruppe erfreulich zahlreich ist, würden sich die Erwachsenen über weiteren Zuwachs: Willkommen ist jeder und jede Interessierte ab 14 Jahren bis ins Seniorenalter. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Wer also schon seit einiger Zeit (zu) wenig Sport getrieben hat, etwas Neues entdecken möchte oder bisher nichts gefunden hat, was wirklich Spaß macht, ist zu einem Probetraining herzlich willkommen! Taekwondo ist auch nicht mehr wie bis vor einigen Jahren ein „Männersport“, der Frauenanteil beträgt je nach Trainingstermin zwischen 30 und 50 % in allen Altersgruppen von den Jugendlichen bis hin zu den SeniorInnen. Auch für ältere (Neu-)Einsteiger ist der Sport geeignet, auf besondere gesundheitliche Einschränkungen wird Rücksicht genommen.
Taekwondo ist auch ein Sport für Menschen mit Handicap: es können Prüfungen bis in den DAN-Bereich (Meistergrade) abgelegt werden. Auch die Teilnahme an PARA-Wettkämpfen ist möglich, es gibt bereits einen Deutschen Weltmeister in dieser Disziplin.

Aber was ist eigentlich dieses „Taekwondo“ und was für Leute sind das, die diese koreanische Sportart betreiben? Vor allem eines sollte man wissen: Das wichtigste am „Taekwondo“ ist das „Do“ (Do oder Dao = „der Weg“). Das bedeutet unter anderem, dass wir respektvoll und freundschaftlich miteinander umgehen und vor allem viel Spaß miteinander haben, denn unser Trainingsgerät ist kein Sandsack, Ball oder sonst ein Gegenstand, sondern ein Mensch!

 

Aber zur Erklärung, was wir tatsächlich in unseren Trainingsstunden machen:

Neben dem fachbezogenen Training spielen wir unterschiedliche Spiele, z.B. im Rahmen des Aufwärmtrainings. Darüber hinaus machen wir regelmäßig in jedem Training Übungen zur allgemeinen Fitness. Unser derzeitiger Schwerpunkt liegt auf dem Bereich der Koordination, der für Taekwondo besonders wichtig ist. Hier üben wir mit dem Bo (Langstock) eine kleine Choreographie ein. Wir zwar sind (noch) nicht ganz so cool wie „Darth Maul“ aus „Star Wars“, aber wir arbeiten daran!
Taekwondo nach den Regeln der World Taekwondo, nach denen wir uns richten, umfasst fünf Bereiche:
Erstens die sogenannte „Grundschule“: Hier werden verschiedene Standpositionen, Arm-/Handtechniken und Tritte in immer wieder neuen Kombinationen ausgeführt. Dabei sind vor allem Koordination und Gleichgewicht gefragt, so dass uns dabei vor allem der Kopf raucht, auch wenn wir ins Schwitzen geraten…
Zweitens die Bewegungsformen, „Poomsae“ genannt: Die sogenannten „Formen“ stellen einen Kampf gegen einen nur gedachten Gegner dar. Die Bewegungen werden nach einem festgelegten Ablauf rhythmisch und dynamisch ausgeführt. Ebenso wie beim Tanz ist - neben korrekter Ausführung der einzelnen Techniken- ganz besonders der Ausdruck wichtig! Man kann sich die Poomsae als eine dynamischere Variante des bekannteren „Schattenboxens“ Tai-Chi vorstellen. In dieser Disziplin kann man, wenn man möchte, bis ins hohe Alter Wettkämpfe besuchen und sich mit anderen Sportlern messen. Konzentration, Rhythmusgefühl und Koordination sind hier besonders wichtig und halten fit! Und es sieht auch noch gut aus, wenn sich alle im Einklang bewegen.
Drittens der Bruchtest: Alle Sportler beginnen mit dem weißen Gürtel, dem 10. Kup. Sobald ein Schüler den blauen Gürtel (4. Kup) anstrebt, ab dem ein Taekwondoka als „Fortgeschritten“ gilt, wird von ihm/ihr erwartet, bestimmte Techniken sicher zu beherrschen. In der Prüfung zum blauen Gürtel muss daher erstmals mit einer selbst gewählten Technik ein Brett durchschlagen bzw. durchtreten werden. Klingt spektakulär - und ist es auch! Die Belohnung fürs Üben ist ein enormer Zuwachs an Selbstvertrauen und die Bewunderung aller, die das nicht können.
Viertens die Selbstverteidigung: Von der Befreiung aus dem Handgelenkgriff für Anfänger bis hin zur Abwehr von Angriffen mit Stöcken oder Messern für Schwarzgurte werden Techniken erlernt, um sich effektiv zur Wehr zu setzen: gut fürs Selbstvertrauen, und das ist schon der erste wichtige Schritt, nicht zum Opfer eines Übergriffs zu werden!

Fünftens der Freikampf: Der sogenannte „Kyorugi“ ist seit der Olympiade in Sydney im Jahr 2000 olympische Disziplin. Gut geschützt durch Weste, Polster und Kopfschutz messen dabei Kämpfer nach festen Regeln (z.B. keine Treffer unterhalb der Gürtellinie erlaubt!) ihre Kräfte. Das ist natürlich nur etwas für die jüngeren Sportler, nicht umsonst ist man im Taekwondo ab 18 Jahren bereits "Senior" und ab 30 „Master“. Aber die meisten anderen Kampfübungen wie z.B. das Pratzentraining oder der Ein- bzw. Mehrschritt-Kampf sind für jedes Alter geeignet. Bei letzterem sind besonders gute Einschätzung des Abstands und saubere Technikausführung gefragt.

Falls Ihr Lust habt, mal bei uns reinzuschnuppern, könnt ihr gerne ohne Voranmeldung beim Training vorbeischauen, Zeiten siehe oben. Mitzubringen sind Sportkleidung (mögl. langärmeliges Shirt und lange Trainingshose), Handtuch und Wasser.

Kontakt: Annette Zühlke, Email: blue-service@online.de

MTV goes international!

Eine ehemalige MTV-Sportlerin aus der Taekwondoabteilung ist inzwischen in ihrem Heimatland Brasilien sehr erfolgreich! Tâmara Montalvao war im Jahr 2009/2010 in unserer Familie als Austauschschülerin zu Gast und hat bei Andreas Schneider bis zum 8. Kup (Gelbgurt) trainiert. Nach ihrer Rückkehr nach Brasilien ist sie zur japanischen Variante des Taekwondo, nämlich Karate, gewechselt, da in ihrer Stadt leider kein Taekwondoverein existierte.In Karate ist sie inzwischen richtig durchgestartet:

Zwei Goldmedailien bei der Brasilianischen Karate-Meisterschaft: eine in Kumite(Freikampf) bis 61 kg und eine in Kata(Bewegungsform-Wettkampf) bis Grüngurt.