Geschäftsstelle

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Vereinsgeschichte

 

Die Geschichte des Merscheider Turnvereins im Zeitraffer

1878
Turnbegeisterte junge Männer aus der Ortschaft Merscheid gründen den MTV. Erste Turnübungen werden an einem primitiven Reck am Dahler Hammer und später im Stader'schen Saal durchgeführt.

1889
Erwerb des Grundstückes an der Turnerstraße, auf dem später die Turnhalle erbaut wird.

1892
Einweihung der neu erbauten Turnhalle, da die Mitgliederzahl inzwischen stark angestiegen ist. Unsere Turnhalle ist übrigens die erste vereinseigene Halle im bergischen Land. - Ernst Linder übernimmt die vermögensrechtliche Haftung, da es noch kein allgemeines Vereinsrecht gibt.

1896
Verleihung der Korporationsrechte durch Kaiser Wilhelm II. Dadurch erlangt der MTV die Rechte einer juristischen Person und kann z.B. Grundbesitz erwerben oder rechtliche Verpflichtungen eingehen.

1904
Erweiterung der Turnhalle um ein einfaches Vereinszimmer und die Bühne.

1914-1918
Fast alle aktiven Turner sind zum Militärdienst eingezogen.
Nur noch mit Jugendlichen wird der Turnbetrieb weitergeführt.
Ende 1917 bis Kriegsende erlischt das turnerische Leben völlig. Trauer um die vielen Gefallenen, darunter 23 Vereinsmitglieder.

1919
Erst im Oktober wird der Turnbetrieb wieder aufgenommen, nachdem die Halle instand gesetzt wurde. Nach Kriegsende hatten die Besatzungsmächte die Halle beschlagnahmt und alles brennbare, selbst den Fußboden, verheizt.

1920
Ankauf des heutigen Heinz-Peters-Platzes an der Eifelstraße.

1927
Gründung der Frauenturn-Abteilung, damit das Turnen nicht nur „Männersache" bleibt.

1928
Gründung der Handballabteilung.

1929
Der MTV ist Ausrichter des 1. Bergischen Faustballturniers, das seitdem in Merscheid bis 1980 alljährlich stattfindet.

1934
Erstmalig Westdeutscher Faustball-Meister.

1936
Die erste Faustball-Mannschaft des MTV unterliegt bei den Deutschen Meisterschaften im Endspiel gegen die Tgd. Schweinfurt, nach Verlängerung, mit einem einzigen Ball. Nach unserem damaligen Spitzenspieler, Heinz Peters, der großen Einfluss auf die spielerischen Erfolge unserer Faustballer hatte, ist unser heutiger Sport- und Tennisplatz benannt.

1939-1948
Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges beginnt das dunkelste Jahrzehnt der Vereinsgeschichte.
Die meisten aktiven Turner und Spieler werden zur Wehrmacht eingezogen. Nur noch Kinder, Jugendliche und Frauen halten den Turnbetrieb aufrecht. Dieser kann aber in den letzten Kriegsjahren wegen der zunehmenden Bombengefahr nicht mehr geregelt durchgeführt werden.
Von den eingezogenen Turnern kehren 36 nicht mehr in die Heimat zurück, unter ihnen auch Heinz Peters.
Nach der Kapitulation im Jahre 1945 gilt der MTV durch Gesetz der Militärregierung für aufgelöst. - Bald findet sich aber wieder eine Schar treuer Turnerinnen und Turner zusammen, um den alten MTV aus den Trümmern neu erstehen zu lassen. Am 13. Oktober 1945 findet auf Initiative von Hans Everts eine Generalversammlung statt, zu der alle Merscheider Sport-Interessenten eingeladen sind. Daraufhin gehen der frühere „Arbeiter Turnverein" und der „Verein für Bewegungsspiele Merscheid" im MTV auf. Bereits im Herbst 1945 führte der MTV mit Genehmigung der Militärregierung als erster Verein Westdeutschlands, wieder ein Faustballturnier durch.

1949-1951
Die ersten sportlichen Erfolge stellen sich ein.

1949 und 1950
wird die 1. Mannschaft Deutscher Faustball-Meister. Instandsetzung der durch Kriegseinwirkung stark beschädigten Turnhalle, so dass der Turnbetrieb wieder aufgenommen werden kann.

1953
Gründung der Badminton-Abteilung, die in der Folgezeit eine Spitzenstellung im Deutschen Badminton-Sport erreicht.

1956
Es wird auch Volleyball gespielt. Spontan umfasst die Abteilung fast 30 Mitglieder.

1958
Die Gymnastikabteilung der Frauen wird gegründet.
Neben verschiedenen Ballspielen, steht die Gymnastik im Vordergrund.
Um den Anforderungen des modernen Sportbetriebes zu genügen, erhält die über 60 Jahre alte Turnhalle dann in den Jahren

1955-1963
einen neuen Jugendraum, neue Dusch- und Umkleideräume, eine neue Warmluft-Heizungsanlage und einen neuen Fußboden. Außerdem wird die Halle aufgestockt und zur Turnerstraße hin erweitert.
Auch der Heinz-Peters-Platz wird in dieser Zeit verbessert.

1957
wird er neu eingezäunt und im Jahre

1967
wird ein modernes Umkleidehaus mit Dusch- und Sanitäranlagen, sowie einer Zentralheizung, errichtet.

1969-1978
Ende der 60er Jahre vollzieht sich ein Wandel in verschiedenen Sportarten. Feldhandball verliert an Bedeutung und wird vom Hallenhandball abgelöst. Faustballtraining wird in den Wintermonaten in der Halle fortgeführt. Die Badmintonabteilung wird stärker und fordert Trainingsmöglichkeiten in der Halle. Die Mitgliederzahlen der Turn- und Gymnastikabteilungen steigen stark an. Das Schulturnen verlangt mehr Platz. All das führt zu dem Entschluss, die Turnhalle erneut zu modernisieren und zu vergrößern. Der damalige 1. Vorsitzende, Walter Füllbeck, befasst sich mit dem Erweiterungsbau der Halle und treibt die Bearbeitung durch die Genehmigungsbehörden mit Vehemenz voran.

Im Frühjahr 1971 beginnen die vorgeplanten Bauarbeiten.
Eigenkapital, eine Umlage für alle Mitglieder und ein Spendenaufruf an die Merscheider Bürger und Geschäftsleute sichern zunächst die Finanzierung des Erweiterungsbaus.
Beim Abbruch des alten Turnhallendaches stellt sich heraus, dass die morschen und baufälligen Wände nicht mehr verwendet werden können. Alle Pläne sind hinfällig. Was ein Umbau bzw. Erweiterungsbau werden sollte, wird ein Neubau.

Am 1. Mai 1972 wird die neue Halle mit modernen Dusch-, Umkleide- und Gasträumen eingeweiht. Zu der Freude und dem Stolz über das Neu-Erstellte, kommen die bedrückenden Sorgen über die Sicherstellung der Finanzierung.
Es muß eine Summe von DM 650.000,— aufgebracht werden.
In dieser Zeit suchen und finden die Verantwortlichen des Vereins immer wieder Auswege und Möglichkeiten, die drohende Gefahr des finanziellen k.o. abzuwenden. Stellvertretend wird hier der damalige 1. Kassierer, Fritz Stenke, genannt, dessen sachkundiger Finanzverwaltung es zu verdanken ist, dass der Verein nicht sein finanzielles Gleichgewicht verliert.

Anfang 1976
gelingt es, nach langwierigen und zähen Verhandlungen mit den Behörden, ein Randstück des Heinz-Peters-Platzes als Bauland zu verkaufen. Dadurch wird die finanzielle Dauerbelastung auf ein erträgliches Maß gesenkt.

Die gleichzeitig mit dem Neubau erstellte Kegelbahn, wird im Herbst 1976 endlich in Betrieb genommen, nachdem das „Wasserproblem" hervorgerufen durch eindringendes Grundwasser, gelöst war.

Im Jahr 1978, dem Jahr unseres 100-jährigen Bestehens, befindet sich der Verein wieder in geordneten finanziellen Verhältnissen.
Einnahmen und Ausgaben sind überschaubar.
Die Jubiläumsveranstaltungen gipfeln im Herbst in Sportwochen, in denen jede Abteilung zum „Tag der offenen Tür" einlädt. Jedermann, ob Mitglied oder nicht, kann sich über die Aktivitäten der Abteilungen informieren.
Am 1. November findet eine festliche Matinee statt, zu der sich, neben unseren Mitgliedern, Vertreter der Stadtverwaltung und Abordnungen von Sportverbänden und von ca. 50 benachbarten und befreundeten Vereinen, einfinden. Einige Tage später bildet das traditionelle Stiftungsfest den krönenden Abschluss des Jubiläums-Jahres.

1979-1982
Bereits 1978 kommt es zu Überlegungen, die durch den Wegfall der Großfeld-Sportarten ungenutzte Fläche des Heinz-Peters-Platzes sinnvoller zu verwerten. So kommt es zu der Entscheidung, Tennisplätze zu bauen. Dieter Füllbeck nimmt die Planung in die Hand und wird auf der Gründungsversammlung am 19.06.1979 zum 1. Abteilungsleiter Tennis gewählt. Mit den Zuschüssen von Stadt und Land, einem Kredit vom MTV sowie Spenden der Abteilungsmitglieder, werden die ersten drei Plätze im Herbst 1979 fertig gestellt und der Spielbetrieb beginnt.

1982
Anbau des Geräteraumes und des Vorstandzimmers über der Kegelbahn.

1985/86
Umgestaltung der Gaststätte mit neuer Theke, Stehbierhalle und gemütlichen Gastraum.

1993
Durch beachtlichen Mitgliederzuwachs wird die Anlage eines 4. Tennisplatzes nötig. Im gleichen Jahr werden die vorhandenen Dusch- und Umkleideräume auf dem Heinz-Peters-Platz, unter Federführung der Tennisabteilung, in ein respektables Clubhaus um- und ausgebaut.

1996
Erneuerung der kompletten Heizungsanlage in der Turnhalle unter hohem Kostenaufwand.

2001
Um den Jugendraum, der bisher teilweise als Abstellraum diente, auch für neue und moderne Sportarten zu nutzen, wird durch den Kauf eines gebrauchten Überseecontainers, ein Ersatzlager geschaffen. Er wird im Hof hinter der Halle aufgestellt. Im gleichen Jahr wird der Eingangsbereich der Turnhallen-Gaststätte erneuert und mit einem schützenden Vordach versehen.

2003
Die Nachfragen nach neuen Sportart-Angeboten, wie Aerobic, Stepp-Aerobic, Judo, Mutter-und-Kind-Turnen usw. nehmen zu. Es fehlt aber an geeigneten und zusätzlichen Räumlichkeiten, weil die Turnhalle voll ausgebucht ist. Um mehr Platz zu schaffen, entscheidet sich der Vorstand für eine weitere Baumaßnahme. Auf die Bühne wird verzichtet, da sie ja nur zwei Mal im Jahr für Festlichkeiten genutzt wird und durch eine mobile Bühne ersetzt werden kann. Durch die Zusammenlegung von Bühne und Jugendraum wird wertvoller Raum gewonnen und es entsteht eine kleine Halle mit ca. 100 qm Grundfläche. Jetzt können, unabhängig von einander, verschiedene Gruppen Sport treiben, ohne sich gegenseitig durch rhythmische Musik oder andere Geräusche zu stören. Wichtig ist auch, dass die kleine Halle in den Vormittagsstunden genutzt werden kann, während die große Halle durch das Schulturnen besetzt ist. Unser sportliches Angebot wird erweitert und damit attraktiver.“

2004
Auf dem Heinz-Peters-Platz wird ein Beach-Volleyball-Feld angelegt

2005 - 2009
Sowohl im Kinder- und Jugendbereich (u. a. Badminton, Zirkus, Volleyball, Outdoor, Tricking, Kooperationen z. B. mit der Grundschule Erholungstraße sowie weitere Projekte) als auch beim Präventiv- und Gesundheitssport werden neue Angebote entwickelt. Die neuen Gymnastikgruppen stoßen auf Interesse, benötigen jedoch zur Stabilisierung zunächst noch weiteren Zulauf.

Während die großen, abteilungsübergreifenden und öffentlichen Veranstaltungen (abgesehen von Sommerfest und „Tottern an der Theke“ abnehmen, finden die Feiern und Fahrten der einzelnen Abteilungen und Gruppen weiterhin regen Zuspruch. An Stelle des traditionellen Stiftungsfestes findet 2005 erstmals eine Matinee zur Ehrung der langjährigen Vereinsmitglieder statt.

Zu Beginn des Jahres 2006 wird eine Geschäftsstelle eingerichtet, die sich zunächst insbesondere um Mitglieder- und Übungsleiterbelange kümmert.

Tanz, Tricking und TeakWonDo sind drei neue Sportarten, die sich 2007 besonders positiv entwickeln. Die Handball-Damen steigen in die Landesliga auf und marschieren 2009 weiter in die Verbandsliga.

Die Tennis-Abteilung ist sportlich sehr erfolgreich. Während bei den Senioren stagnierende und - der allgemeinen Entwicklung entsprechend - zwischenzeitlich auch abnehmende Mitgliederzahlen zu verzeichnen sind, hat der Kinder- und Jugendbereich guten Zulauf. 2008 können die maroden Pappeln am Tennisplatz gefällt und das Clubheim renoviert werden.

Seit der Jahrtausendwende hat sich die Mitgliederzahl des MTV auf ca. 1000 eingependelt.

2010
Am 3. August 2010 verstirbt unser langjähriger Vorsitzender Klaus Dültgen. Nachdem er weit über 30 Jahren die Geschicke des Vereins maßgeblich geprägt hat, ist nun eine große Lücke entstanden, die der neue Vorstand ausfüllen muss.

2015
Als vierter Partner und starker Beteiligung der MTV Mitglieder an der Sportgala des Solinger Sportbundes erhält der MTV aus den Erlösen der Gala einen Zuschuss für den Umbau der ehemaligen Vereinsgaststätte in einen Multifunktionsraum für die Mitglieder. Bedingt durch feuerschutzrechtliche Maßnahmen wird die Umbaumaßnahme einen Kostenrahmen von 60 000 Euro erreichen und erst im Frühjahr 2016 fertiggestellt. Im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 übernimmt der MTV eine Vorreiterrolle bei den Solinger Vereinen und führt in der Halle und auf dem Platz Sportprogramme für Flüchtlinge sowie weitere integrative Projekte mit vielen anderen Kulturträgern durch.